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Mindestanforderungen an eine Luftbildauswertung

Darauf müssen Sie bei der Luftbildauswertung achten

Luftbildauswertung Kampfmittel mit ArchivrechercheEine Luftbildauswertung ist ein bundesweit anerkanntes und hilfreiches Mittel, um die potentielle Kampfmittelbelastung einer Fläche zu untersuchen. Obwohl es um das sensible Thema "Kampfmittel" und der Einschätzung einer von blindgegangenen Bomben oder zurückgebliebener Munition ausgehenden Gefahr geht, wird dieser Markt nicht reguliert oder kontrolliert! Dies hat zur Folge, dass es hohe Qualitätsunterschiede gibt, die in der Vergangenheit zu falschen Rückschlüssen geführt haben. Umso wichtiger ist es, dass Sie wissen, welche Punkte eine gute Luftbildanalyse beinhalten muss. Das Fazit dieses Artikels lesen Sie unten.

Unvollständige bzw. mangelhafte Berichte können durch Behörden, Bauunternehmer oder Kampfmittelsondierer abgelehnt werden!

Die folgenden 4 Punkte erläutern, worauf Sie achten müssen.

1. Die Hinweise der Arbeitshilfe Kampfmittelräumung 2014 beachten

Die Arbeitshilfe Kampfmittelräumung 2014 des BMUB gibt den Stand der Technik wieder und liefert eine fachliche Vorgehensweise sowie Hinweise und Details für die Planung und Ausführung der Kampfmittelräumung (mehr: Zusammenfassung Arbeitshilfe Kampfmittelräumung). In dieser werden die Arbeitsschritte detailliert erläutert. Im Zuge einer wie üblich angefragten Luftbildauswertung ist die komplette Abarbeitung der Phase A dieses Leitfadens häufig nicht im Budget des Auftraggebers, jedoch sollte die Grundlagenermittlung einer Luftbildauswertung mindestens aus den folgenden zwei Bausteinen bestehen:

  1. Archivalienrecherche mit Sichtung relevanter Dokumente, Kriegstagebücher, Chroniken (der Alliierten) und anschließender Erstellung einer Angriffschronik
  2. Beschaffung möglichst vieler Luftbilder und Luftbildauswertung

Der Grund ist einfach erklärt: Luftbilder zeigen die Auswirkungen von Luftangriffen. Bombentrichter, Schäden an Gebäuden, Verteidigungsstellungen und unter gewissen Umständen sogar die Einschlagsstellen von Blindgängern sind sichtbar und können entsprechend kartiert werden. In Gebieten, in denen solche Szenarien identifiziert werden, muss grundsätzlich auch mit dem Vorhandensein von Kampfmitteln gerechnet werden. Archivalien dokumentieren nicht nur oftmals jene Luftangriffe, sondern ggf. auch das Datum sowie die Uhrzeit, Art, Menge und die Anzahl der verwendeten Kampfmittel. Dies sind essentielle Informationen! Ferner können sie Aufschluss über die Truppenbewegungen und über weitere Vorgänge am Boden liefern, die im Luftbild nicht erkennbar sind.

Lückenhafte Recherchen oder der Verzicht auf die Beschaffung möglichst vieler Luftbilder führt häufig zu pauschalen Aussagen und der großflächigen Ausweisung von Kampfmittelverdachtsflächen, was enorme Sondierungskosten vor Ort nach sich ziehen kann.

Wir orientieren uns an den Hinweisen der Arbeitshilfe Kampfmittelräumung 2014, die den Stand der Technik definiert.

2. Angriffschronik - Allein die Auswertung von Luftbildern reicht nicht

Um eine möglichst vollständige Übersicht über die Kampfhandlungen aus der Luft und am Boden zu erhalten, ist es notwendig, diese zu recherchieren und in Form einer Angriffschronik darzustellen. Eine Angriffschronik ist eine tabellarische und zeitlich geordnete Übersicht aller dokumentierten Luftangriffe und Bodenkämpfe. Nur so lassen sich der Beginn und das Ende der Kampfhandlungen zuverlässig ermitteln. Anschließend werden Luftbilder beschafft, die möglichst zeitnah an den Ereignissen liegen. Ohne die Kenntnis der Kampfhandlungen ist es nicht möglich, Luftbilder zu beschaffen, die die Situation kurz nach den Angriffen und nach dem Ende aller Kampfhandlungen zeigen, was zu falschen Rückschlüssen führen kann. Daher kann eine Luftbildinterpretation nur belastbar sein, wenn man versucht, ALLE Kampfhandlungen zeitlich zu erfassen. Dabei sind jene, die auf einem Luftbild erkennbar sind, nur ein Teil des Puzzles. Der Rest ergibt sich aus einschlägiger Literatur und Archivalien, die zu hunderttausenden verfügbar sind. Sie gilt es, gezielt mit einzubeziehen.

Beispiel: Luftbilder aus März 1945 lassen sich nur auswerten, wenn im Zuge der Angriffschronik ermittelt wurde, dass der letzte Luftangriff Ende Februar 1945 stattgefunden hat. Sie sind jedoch unzureichend, wenn bereits Ende 1943 / Anfang 1944 Luftangriffe geflogen wurden, da die große Zeitspanne zwischen Ereignis und Luftbildaufnahme Spuren verwischen kann.

In einer Angriffschronik werden Informationen über Kampfhandlungen am Boden zusammengetragen, die im Luftbild nicht erkennbar sind, sowie der Beginn und das Ende der Kampfhandlungen ermittelt.

3. Transparenz - Die Ergebnisse müssen für Dritte nachvollziehbar sein

Was eigentlich selbstverständlich klingt, ist leider häufig nicht der Fall: Das Zustandekommen der Auswerteergebnisse muss für Behörden, Kampfmittelsondierer und Bauunternehmer nachvollziehbar sein (AH KMR, 2014: 217). Die Luftbildauswertung muss von den Originalquellen bis zur Bewertung transparent sein, so dass Dritte die Herleitung verstehen und auf das Bauvorhaben übertragen können. Fehlende Transparenz ist ein Hinweis darauf, dass bei der kostenintensiven Luftbildbeschaffung gespart wurde und die Luftbildauswertung unter Umständen Mängel aufweist. Daher:

4. Auflistung aller beschafften und ausgewerteten Luftbilder

Alle beschafften und ausgewerteten Luftbilder müssen im Gutachten aufgelistet und mindestens mit Datum, Flugnummer und Bildnummer klar benannt werden. Nur so ist es möglich, dass Außenstehende mit diesen Informationen im Zweifel selbst auf die Originalluftbilder zurückgreifen können (Rekonstruierbarkeit der Aussage). Die Luftbilder sollten zeitlich nah an den ermittelten Kampfhandlungen der Angriffschronik liegen.

Die Darstellung eines einzigen Luftbildes im Gutachten oder Aussagen, wie "Es wurde eine repräsentative Auswahl an Luftbildern beschafft" sind unzureichend und deuten darauf hin, dass bei der kostenintensiven Luftbildbeschaffung schlichtweg gespart wurde!

Zusammenfassung - Vollständigkeit einer Luftbildauswertung

Gutachten, die die wesentlichen Hinweise der Arbeitshilfe Kampfmittelräumung 2014 missachten, können zu falschen Ergebnissen führen und gefährden dann die Sicherheit aller am Bau beteiligten. Zudem können unvollständige oder mangelhafte Berichte durch Behörden, Kampfmittelsondierer und Bauunternehmer abgewiesen werden, was Nachbesserungen und Zeitverlust bedeutet. Pauschale Aussagen aufgrund schlechter Dokumentenlage führen häufig zu großflächigen Ausweisungen von Kampfmittelverdachtsflächen, was enorme Sondierungskosten nach sich zieht. Zeitverlust, Sicherheitsrisiken, Ärger und Kosten können leicht vermieden werden:

Falls Sie Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit einer Luftbildauswertung haben, sprechen Sie uns vertrauensvoll an!

 

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