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Historische Erkundung (Phase I)

Die Erhebung von Altlasten geschieht in mehrstufigen Schritten. Besteht für eine Fläche ein Altlastenverdacht, der sich zum Beispiel durch frühere Nutzungen ergibt (Eintrag im Altlastenkataster, altlastenrelevante Vornutzung) oder direkt ersichtlich ist, wird diesem zunächst in Form einer Historischen Erkundung (HE; Phase I) nachgegangen.

Notwendigkeit

Der Bauherr trägt das Baugrundrisiko und hat den Baugrund im Zuge seiner Planungen auch auf Umweltbelastungen zu untersuchen (VOB Teil A bzw. ATV DIN 18300).

Ein wesentliches Merkmal der Historischen Erkundung ist, dass sie zunächst vollkommen beprobungslos abläuft: Sie besteht aus der Recherche von Informationen, die Aufschluss über die Altlastensituation geben. Ziel ist es, Erkenntnisse zusammenzutragen, die den Altlastenverdacht erhärten oder ausräumen. Eine vollständige Historische Erkundung besteht aus folgenden Themenblöcken:

Bausteine einer Historischen Erkundung

Archivrecherche zur Nutzungsgeschichte

Recherchen in behördlichen Unterlagen, wie Altakten und Genehmigungsunterlagen, stellen in der Regel die bedeutendste Informationsquelle dar. Von besonderer Relevanz sind in diesem Zusammenhang Lage- und Kanalisationspläne. Aus den darin gekennzeichneten Gebäudefunktionen lassen sich Rückschlüsse auf die angewendeten Produktionsverfahren und eingesetzten Stoffe ziehen.

Erhebung allgemeiner Standortdaten

Darstellung der Lage und Nutzung der Fläche, Darstellung topographischer Gegebenheiten.

Geologische, hydrogeologische und hydrologische Standortgegebenheiten

Die Untersuchung der hydrogeologischen Gegebenheiten gibt Aufschluss über die Ausbreitung und potentielle Auswirkungen möglicher Schadstoffeinträge im Untergrund und im Grundwasser.

Auswertung von Karten und Luftbildern

In einigen Fällen kann auch die Auswertung historischer Karten und Luftbilder wichtige Informationen über Art und Ort kontaminationsrelevanter Vornutzungen liefern.

Ortsbegehung

Als Informationsquelle für die aktuelle Nutzung, den Gebäudebestand und dessen Zustand oder bzw. Auffälligkeiten wie z.B. Wuchsstörungen bei Pflanzen u.Ä. sowie die Ermittlung von Zeitzeugen in der Nachbarschaft von Untersuchungsobjekten dient unter anderem die Begehung der Altlastenverdachtsfläche.

Zeitzeugenbefragung

Mit der Zeitzeugenbefragung  (aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, Nachbarn, Behördenvertreter) können Daten vervollständigt und bestätigt sowie, bei Lücken oder Widersprüchlichkeiten, ergänzt oder berichtigt werden.

Historische Erkundung als Grundlage

Die Historische Erkundung mündet in einer Gefährdungsabschätzung. Hier bestätigt sich entweder der Altlastenverdacht oder wird verworfen. Besteht auf Grundlage einer vollständig durchgeführten Historischen Erkundung kein Verdacht, endet die Altlastenerkundung an dieser Stelle. Ansonsten bildet sie die Grundlage für den nächsten Schritt: die Orientierende Untersuchung.